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Wie wird man eigentlich Journalist:in?

Learnings aus dem NewZee-Treffen mit Malte Baumberger, Leiter der Digitalen Video Produktion von ntv.

2022-02-22 — Luisa Garcia

Einmal einen Journalisten zu seinem Werdegang befragen und Einblicke in dessen Arbeitsalltag bekommen: Für Menschen mit dem Berufsziel Journalist:in ist das eine großartige Gelegenheit. Wir als NewZees bekamen Ende Februar diese Möglichkeit. Malte Baumberger, der Leiter der Digitalen Video Produktion von ntv, beantwortete unsere Fragen.

 

Zu Beginn erzählte Malte von seinem Werdegang. Bis er seine heutige Anstellung antrat, absolvierte er mehrere Praktika. So machte der Journalist ein Praktikum im ARD-Auslandsstudio in New York. Wie er dies geschafft hat, interessierte mich brennend. Malte schrieb der Studioleitung eine Bewerbung und hob seine Spanischkenntnisse hervor, wodurch er gut in der Lateinamerikanischen Community recherchieren könne. Zusätzlich betonte er seine offene Art, auf Menschen zuzugehen.

 

Daneben verriet er uns einige Tipps, für angehende Journalist:innen.

Volontariat und Studium erleichtern den Einstieg


Auch wenn viele Medienunternehmen betonen, dass ein Studium nicht unbedingt notwendig ist, wird doch zumeist noch ein Studium und Volontariat vorausgesetzt. Insbesondere letzteres kann später ein Kriterium sein, ob man beruflich weiter aufsteigen wird. Malte gab uns den Hinweis, dass man nicht zwingend Journalismus studieren muss. Auch etwas Fachfremdes ist möglich, um am Ende im Journalismus Fuß zu fassen. Die Praxis erlernt man dann im Volontariat, argumentiert er.

Tipps rund um Bewerbungsanschreiben und Lebenslauf
 

Vermutlich geht es den meisten so: Der erste Satz im Anschreiben stellt eine große Herausforderung dar. Bekannte Floskeln sind hier keine Seltenheit, werden aber schnell überlesen. Hands-on-Mentalität lautet das Stichwort. So könnten zum Beispiel die Fragen beantwortet werden: „Warum möchte ich gerne in diesem Unternehmen arbeiten?“ oder „Welchen Vorteil hat das Unternehmen, wenn es sich für mich entscheidet?“.


Malte schrieb in den vergangenen Jahren selbst Stellen aus und stellte dabei fest, wie wichtig ein sauber geschriebener und fehlerfreier Lebenslauf ist. Auch das Anschreiben sollte unbedingt an den richtigen Arbeitgeber gerichtet sein. Je kürzer, desto besser. Maximal eine Seite, sonst gehen wichtige Informationen in einem langen Text verloren.

Vorstellungsgespräch erfolgreich meistern


Im persönlichen Gespräch sollte man nicht eingeschüchtert wirken, sondern selbstbewusst sein: Möglichst cool bleiben und Fragen stellen, so Malte. Eine Schwierigkeit in dieser Situation könnte die neutrale Haltung zu Themen sein. Als Tipp gab uns Malte mit, vorher Fakten aufzuschreiben und sich dann an diese zu halten. Kommt trotzdem ein Funke Meinung mit rein, ist das nicht ganz so schlimm, wie immer gesagt wird. Immerhin ist es die „Königsdisziplin“ im Journalismus, eine Haltung zu haben, einen guten Bericht zu schreiben und dennoch die Fakten objektiv auf den Punkt zu bringen.

Arbeitsproben sammeln

 

Für eine gelungene Bewerbung sollten einige Arbeitsproben vorliegen. Durch Praktika können diese erworben werden. In einer Lokalredaktion dürfen Praktikant:innen häufig von Anfang an eigene Projekte übernehmen und Beiträge schreiben. Schnell kann erlernt werden, was zum Beispiel bei Interviews zu beachten ist. Wird das Praktikum bei einem größeren Medienhaus absolviert, sollte nachgefragt werden, ob auch eigenständig gearbeitet werden darf.

 

Allgemein rät der Journalist, in Richtung Online-Journalismus zu gehen. Dort ist die Fläche, was veröffentlicht werden kann, größer als im Fernsehen oder bei Printmedien.

Diskutiert wurde anschließend, ob Medienkompetenz bereits als Schulfach im Lehrplan zu finden sein sollte, die Frage nach einer Elite im Journalismus und inwiefern die journalistische Ausbildung ein Update brauche, zum Beispiel einen stärkeren Fokus auf die sozialen Medien.

 

Durch das Treffen mit Malte wurde uns NewZees, verdeutlicht, wie relevant die oftmals schon in der Schule erlernten Bewerbungstipps heute noch immer sind. Abitur, Studium und Volontariat sind wichtig, wenn man den Beruf des/der Journalist:in anstrebt. 


Eine Grundvoraussetzung ist ebenfalls Neugierde auf Themen. Journalist:innen sollten auf Menschen zugehen, sich mit Ihnen unterhalten sowie ihrem Gegenüber zuhören können. Und wenn du dich nun in einigen Punkten wiederfindest, bringst du bereits wesentliche Eigenschaften für deinen potenziellen Traumberuf mit.